Sand. Überall Sand. So weit das Auge reichte, nur goldene Wellen. Die Sonne brannte, und selbst Harrys Hut half kaum. „Buddy, ich glaube, wir haben uns verlaufen“, keuchte ich.
Buddy keuchte auch, aber aus einem anderen Grund: Er hatte eine Spur. Seine Nase – normalerweise für Wurst und Socken zuständig – zitterte wie verrückt. Er trug seine orangene Weste, die in der Wüste wie ein Signalfeuer leuchtete.
"Was hast du denn?" Ich kniete mich zu ihm. Er scharrte. Buddelte. Der Sand flog nur so.
Nach fünf Minuten – und einem sehr sandigen Harry – stieß seine Pfote auf etwas Hartes. Ein alter, rostiger Kompass. Und darunter: Eine kleine Holzkiste.
Mein Herz schlug schneller. Ein Schatz! Ein echter Wüstenschatz! Ich öffnete die Kiste. Sie war leer. Naja, fast. Auf dem Boden lag ein Zettel: 'Wer das hier liest, hat Durst. Der wahre Schatz ist nicht hier drin.'
Ich schaute Buddy an. Er schaute mich an. Dann leckte er meine Hand. Seine Zunge war trocken. Meine Kehle auch. "Du hast recht, kleiner Freund. Der Schatz ist nicht Gold."
Wir hatten noch einen Schluck Wasser in der Flasche. Ich teilte ihn. Eine Hälfte für mich, eine Hälfte für Buddy. In dem Moment kam Wind auf und wehte den Sand von einer weiteren Kiste frei – eine volle Wasserflasche, von einem früheren Abenteurer dort deponiert. Für den Nächsten.
Da verstand ich die Nachricht. Die Wüste lehrt dich, dass du nicht alles für dich behalten kannst. Durst lehrt dich teilen.
Wir füllten unsere Flasche auf und ließen selbst etwas für den Nächsten da: Buddys Lieblingskeks und ein kleiner orangener Faden von seiner Weste als Zeichen. Als wir abends unter den Sternen saßen, funkelten die Dünen wie ein Meer aus Gold. Aber das größte Gold war, dass wir zu zweit waren. Freundschaft, das ist der einzige Schatz, der mehr wird, wenn man ihn teilt.
Der größte Schatz ist nicht das, was du findest, sondern mit wem du teilst.