Mit Ballons durch die Wolken: Harry und Buddy – Über Wimsheim

Abenteuer / Luft

Mit Ballons durch die Wolken

Hoch über Wimsheim schwebt ihr Heißluftballon. Buddy will nach einer Wolke schnappen und findet einen verlorenen Drachen.

Der Korb wackelte. Ein bisschen. Okay, sehr. „Harry, bist du sicher, dass das hält?“ fragte ich mich selbst, während Buddy bereits mit beiden Vorderpfoten über den Rand schaute.

Wir schwebten über Wimsheim. Unter uns wurden die Häuser zu kleinen Legosteinen, das Heckengäu zu einer grünen Decke. Der Ballonfahrer hatte uns nur gesagt: 'Nicht zu viel schaukeln!' Buddy hatte natürlich sofort angefangen zu schaukeln.

Die Luft hier oben war anders. Still. Weich. "Schau mal, Buddy, eine Wolke!" Ich zeigte auf eine dicke, weiße Wattewolke direkt neben uns. Buddy machte große Augen. Dann schnappte er danach.

Er sprang. Wirklich. Ein kleiner Frenchie in oranger Weste springt nach einer Wolke. Ich konnte ihn gerade noch an der Weste festhalten. Wir baumelten beide über dem Korbrand, und die Wolke – sie zog einfach weiter.

"Fast gehabt!" keuchte Buddy, als hätte er gesprochen. In dem Moment sahen wir es: In der Wolke hing etwas fest. Ein roter Drachen. Verfangen, zerrissen, einsam.

Jemand hatte ihn verloren. Sicher weinte irgendwo ein Kind. Ohne zu zögern ließ ich den Ballon näher fahren. Buddy streckte seine kleine Nase aus, schnüffelte, und mit einem mutigen Satz – diesmal gesichert von mir – packte er die Drachenschnur.

Wir zogen ihn rein. Der Drachen war alt, handbemalt, mit einem lachenden Gesicht. Auf der Rückseite stand in krakeliger Schrift: 'Lotte, 7 Jahre'.

Als wir landeten, wartete dort tatsächlich ein kleines Mädchen mit ihrer Mama. Sie hatte schon aufgegeben. Als sie Buddy mit ihrem Drachen im Maul sah, rannte sie los. 'Mein Drachen! Ihr habt ihn aus den Wolken geholt!'

Buddy ließ sich feiern, als hätte er gerade die Welt gerettet. Und ein bisschen hatte er das ja auch. An dem Tag lernten wir: Freiheit ist schön, aber am schönsten ist es, etwas Verlorenes wieder nach Hause zu bringen.

Die Lehre

Wer hoch hinaus will, darf nicht vergessen, nach unten zu schauen.